Erhoben hat die Daten das Institut Ipsos zwischen dem 12. und dem 23. Januar 2026. Befragt wurden 2.000 Französinnen und Franzosen ab 18 Jahren sowie jeweils rund 1.000 Personen in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Belgien und dem Vereinigten Königreich.
Warum der Kreis der Besitzer in Frankreich nicht mehr wächst
Der Anteil der Besitzer hat sich gegenüber der Vorjahresbefragung kaum bewegt. Nach Angaben des Verbands halten 11 Prozent der französischen Bevölkerung mindestens einen Kryptowert, nach 10 Prozent im Jahr 2025. Bekannt ist die Anlageklasse dagegen fast allen: 93 Prozent haben schon von ihr gehört.
Der Verband deutet das als Sättigung einer bestehenden Nutzergruppe, nicht als Rückzug. Laut dem Barometer kaufen 7 Prozent der Bevölkerung weiterhin regelmäßig zu, ein seit drei Jahren stabiler Wert. Zusammen mit 3 Prozent früheren Besitzern haben damit 14 Prozent mindestens einmal gekauft. Weitere 32 Prozent haben nie gekauft, schließen einen Kauf aber nicht aus.
Wie sich Frankreich im europäischen Vergleich einordnet
Frankreich liegt unter seinen Nachbarn. In Deutschland halten laut der Befragung 17 Prozent der Erwachsenen Kryptowerte, in den Niederlanden 20 Prozent. Im Vereinigten Königreich sank der Anteil erstmals, von 19 Prozent im Vorjahr auf 16 Prozent, bleibt damit aber weiterhin über dem französischen Wert.
Auch beim Gewicht im Ersparten ist Frankreich zurückhaltender. Laut der Erhebung legen die Besitzer dort im Mittel 14 Prozent ihres Vermögens in Kryptowerte an. Im Vereinigten Königreich sind es 23 Prozent, in Deutschland 20 Prozent und in den Niederlanden 19 Prozent.
Wo die Bestände tatsächlich liegen
Die Verschiebung in der Kryptoverwahrung ist der auffälligste Befund des Jahrgangs. Der Verband führt sie auf zwei Gründe zurück: den Wunsch nach technischer Vereinfachung und ein gewachsenes Vertrauen in den europäischen Aufsichtsrahmen für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen.
Vier Kennwerte beschreiben die Verwahrung in Frankreich:
- ausschließlich über einen beaufsichtigten Dritten: 67 Prozent der Besitzer
- ausschließlich über eine selbst verwaltete Software oder ein eigenes Gerät: 23 Prozent
- beide Wege parallel: 10 Prozent
- Veränderung gegenüber 2025 beim ersten Weg: plus neun Prozentpunkte
„Die Verwahrung bei einem beaufsichtigten Anbieter nimmt dem Besitzer eine technische Last ab und gibt ihm dafür ein Gegenparteirisiko zurück. Beides gegeneinander abzuwägen, ist die eigentliche Entscheidung – nicht die Wahl der Münze“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Über welche Zugänge die Bestände gekauft werden
Spezialisierte Handelsplattformen bleiben der Hauptweg, doch der Bankensektor holt auf. Nach Angaben des Verbands entfallen 24 Prozent der Zugänge inzwischen auf Neobanken und Finanztechnologieanbieter, also auf Anwendungen, die Konto und Anlage in derselben Oberfläche führen.
Bei denen, die den Einstieg erst planen, ist die Bank sogar die erste Adresse. Laut der Befragung würden 49 Prozent von ihnen auch komplexe Anwendungen der dezentralen Finanzwirtschaft bevorzugt über ihr Kreditinstitut nutzen. 43 Prozent erklärten sich bereit, die Hauptbankverbindung zu wechseln, wenn ein anderes Institut ein belastbares Krypto-Angebot führt. Wie sich die aufsichtsrechtliche Lage aus französischer Sicht darstellt, beschreibt eine französischsprachige Bestandsaufnahme zu Regulierung und Marktrisiken.
Für Anlegende verschiebt sich die Frage von der Auswahl zur Aufbewahrung
Der Jahrgang 2026 beschreibt einen Markt, der seine Aufbauphase hinter sich hat. Die Zahl der Besitzer bewegt sich kaum, die Wege zum Bestand ändern sich dagegen deutlich. Mit ihnen verschieben sich die Risiken: Wer selbst verwahrt, trägt den Verlust der Zugangsdaten allein; wer bei einem Dritten verwahrt, trägt dessen Ausfallrisiko.
Der Verband hat die Befragung nach eigenen Angaben um zwei Kennzahlen für den europäischen Vergleich erweitert, insgesamt auf zehn. Der Frankreich-Teil umfasste 49 Fragen. Die Reihe erscheint seit dem Jahr 2022 jährlich.
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