Volle Regale wirken zunächst beruhigend: Material ist verfügbar, Kundenaufträge können bedient werden und die Produktion wird nicht durch Fehlteile ausgebremst. Gleichzeitig bindet jeder eingelagerte Artikel Kapital und verursacht laufende Kosten. Besonders in der Schweiz, wo Lagerfläche und Personal vergleichsweise kostenintensiv sind, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die tatsächliche Bestandsstruktur.

Für Logistikleiter, Supply-Chain-Verantwortliche, Einkaufsleiter und kaufmännische Entscheider stellt sich damit nicht nur die Frage, wie viel Bestand vorhanden ist. Entscheidend ist, welcher Bestand tatsächlich benötigt wird, wie schnell er sich bewegt und wie lange Kapital darin gebunden bleibt.

Hoher Bestand ist nicht automatisch das Problem

Bestände pauschal zu reduzieren wäre der falsche Ansatz. Ein regelmäßig benötigtes Bauteil kann trotz hoher Stückzahl wirtschaftlich sinnvoll sein. Kritischer sind beispielsweise Artikel, die große Bestandswerte aufweisen, sich aber kaum bewegen.

Um solche Unterschiede zu erkennen, müssen Bestandsmenge, Warenwert und Bewegungsdaten gemeinsam betrachtet werden. Eine COSYS Lagerverwaltungssoftware schafft dafür zunächst die operative Datengrundlage: Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen, Kommissionierungen und Bestände werden digital erfasst.

Mit einem mobilen Datenerfassungsgerät wie dem Datalogic Memor 35 können Ihre Mitarbeiter Warenbewegungen direkt am Lagerplatz per Barcode buchen. Dadurch basiert die spätere Analyse nicht auf einzelnen Excel-Listen, sondern auf den tatsächlich dokumentierten Lagerbewegungen.

Welche Artikel binden unnötig Kapital?

Interessant wird es, wenn operative Lagerdaten mit betriebswirtschaftlichen Informationen zusammengeführt werden. Ein Artikel mit hohem Warenwert und geringer Umschlagshäufigkeit verdient beispielsweise deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein günstiger Schnelldreher.

Mit COSYS Business Intelligence und Prozessdatenanalyse können Bestandsentwicklungen und Warenbewegungen über längere Zeiträume untersucht werden. Relevant sind dabei unter anderem:

  • Bestandswert und durchschnittlicher Bestand,
  • Umschlagshäufigkeit und letzte Bewegung,
  • Reichweite des vorhandenen Bestands,
  • Verhältnis zwischen Zu- und Abgängen.

Damit werden Langsamdreher und Bestände ohne Bewegung sichtbar. Gerade bei technischen Komponenten, Ersatzteilen oder hochwertigen Materialien können bereits vergleichsweise geringe Stückzahlen erhebliche Kapitalbeträge binden.

ABC- und XYZ-Analyse differenzieren den Bestand

Für eine fundierte Bestandsoptimierung reicht die Betrachtung von Menge oder Warenwert allein nicht aus. Eine ABC-Analyse unterscheidet Artikel beispielsweise nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung. Eine ergänzende XYZ-Analyse betrachtet die Regelmässigkeit beziehungsweise Vorhersagbarkeit ihres Verbrauchs.

Diese Kombination hilft Ihnen, Bestände differenzierter zu bewerten. Ein wertintensiver Artikel mit gleichmässigem Verbrauch erfordert eine andere Strategie als ein teures Bauteil, das nur sporadisch benötigt wird.

Gerade Einkauf und Supply Chain profitieren davon: Sicherheitsbestände müssen nicht pauschal erhöht oder reduziert werden, sondern können stärker am tatsächlichen Verbrauchsverhalten ausgerichtet werden.

Forecasting unterstützt die Bestandsplanung

Historische Daten erklären zunächst, was im Lager passiert ist. Für die Planung ist jedoch ebenso interessant, was voraussichtlich benötigt wird.

Forecasting nutzt vorhandene Verbrauchs-, Auftrags- und Bestandsdaten, um Entwicklungen und wiederkehrende Muster zu erkennen. Bei saisonalen Artikeln oder schwankender Nachfrage kann dies helfen, Beschaffung und Bestand besser auf den erwarteten Bedarf auszurichten.

Das Ziel ist dabei nicht der kleinstmögliche Lagerbestand. Entscheidend ist ein wirtschaftliches Verhältnis zwischen Kapitalbindung und Versorgungssicherheit. Zu wenig Bestand kann Fehlteile, Produktionsunterbrechungen oder Lieferprobleme verursachen – zu viel Bestand erhöht dagegen Kapitalbindung, Flächenbedarf und Bestandsrisiken.

Wenn Prozesse unnötig Bestand erzeugen

Hohe Bestände können außerdem ein Symptom für Probleme an anderer Stelle sein. Lange interne Durchlaufzeiten, unnötige Zwischenlagerungen oder wiederkehrende Prozessschleifen können dazu führen, dass zusätzliche Pufferbestände aufgebaut werden.

Hier ergänzt Process Mining die klassische Bestandsanalyse. Tatsächliche Prozessabläufe lassen sich anhand vorhandener Ereignisdaten untersuchen. Dadurch kann beispielsweise sichtbar werden, dass Material ungewöhnlich lange in bestimmten Lagerbereichen verbleibt oder wiederholt zwischen Lagerplätzen bewegt wird.

Bestandsoptimierung wird damit nicht auf die Frage „Wie viel liegt im Regal?“ reduziert. Sie bezieht auch ein, warum dieser Bestand überhaupt erforderlich geworden ist.

Lagerkosten datenbasiert statt pauschal reduzieren

COSYS verbindet dafür die operative Lagerverwaltung mit mobiler Datenerfassung, Business Intelligence, Forecasting und Process Mining. Für Logistik, Supply Chain, Einkauf und Management entsteht dadurch eine gemeinsame Datenbasis, auf der Bestandsentscheidungen fundierter getroffen werden können.

So lassen sich Lagerkosten reduzieren, ohne die Liefer- oder Produktionsfähigkeit durch pauschale Bestandskürzungen zu gefährden.

Bestände und Lagerprozesse selbst testen

Möchten Sie Ihre Lagerbestände digital erfassen und eine belastbare Grundlage für weitere Analysen schaffen? Laden Sie die kostenlosen COSYS Demo-Apps im Google Play Store oder Apple App Store herunter und testen Sie die Lagerfunktionen unverbindlich auf Smartphone oder Tablet.

Über die Cosys Ident GmbH

Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.

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