Eine autarke, nachhaltige Wasserversorgung zu realisieren – das war der Wunsch der renommierten Schlosskellerei Affaltrach. Gemeinsam mit der Grünbeck-Werksvertretung Wassertechnik NOW installierte die Inhaberfamilie eine Aufbereitungsanlage fürs Brunnenwasser, die vorwiegend auf Filter- und Umkehrosmosesystemen beruht. Das Ergebnis: beste Trinkwasserqualität! Und durch die geschickte Kombination mit der Photovoltaikanlage spart das Unternehmen zusätzlich Stromkosten.

Die 1928 gegründete Schlosskellerei Affaltrach, Kreis Heilbronn, zählt zu den größten privat geführten Weingütern Württembergs. Thomas Baumann sowie Tochter Tanja Baumann-Noller und Sohn Marc Baumann, die dritte und vierte Inhabergeneration, bewirtschaften heute mit mehr als 80 Beschäftigten ein 60 Hektar umfassendes eigenes Weingut und verarbeiten zusätzlich die Trauben einer Weingärtner-Erzeugergemeinschaft mit 500 Hektar Anbauflächen. So werden in der Kellerei aus etwa 6500 Tonnen Weintrauben jährlich über zehn Millionen Flaschen Sekt und Wein.

Schon lange nutzt die Schlosskellerei eigenes Brunnenwasser zu Reinigungs- und Kühlzwecken. Für alle andere Aufgaben wurde bislang Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz verwendet. 2025 entschieden sich die Inhaber, die Wasserversorgung komplett neu zu strukturieren und sie gewinnbringend mit der eigenen Solarstromerzeugung zu verknüpfen.

Autarke und ressourcenschonende Wasserversorgung

„Kern und Anlass war, die Wasserversorgung zentral, autark und vor allem ressourcenschonend und nachhaltig aufzubauen“, hebt Geschäftsführer Marc Baumann hervor. Als idealen Partner für die Neuaufstellung der Wasserversorgung identifizierten die Verantwortlichen den Wasseraufbereitungsspezialisten Grünbeck aus Höchstädt. Zusammen mit dessen Werksvertretung Wassertechnik NOW plante und realisierte die Inhaberfamilie eine Gesamtlösung, in der das Brunnenwasser mit Filter- und Umkehrosmoseanlagen von Grünbeck zu Trinkwasser von einwandfreier Qualität aufbereitet wird. Es erfüllt die Zertifizierungsvorgabe für lebensmittelverarbeitende Betriebe und kann für alle heutigen und künftigen Zwecke im Unternehmen verwendet werden.

Mit der neu strukturierten Wasserversorgung beseitigte die Schlosskellerei Affaltrach zudem ein bestehendes Problem mit dem Brunnenwasser bei der Verwendung für Kühlungs- und Reinigungszwecke. Denn es wies eine hohe Leitfähigkeit, diverse Störstoffe, viel Sulfat und eine Gesamthärte von 80 bis 100 °dH auf, was zu Ablagerungen in Lagerbehältern und Kühlanlagen führte. Das verursachte einen erhöhten Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand, verkürzte die Lebensdauer von Anlagen und brachte auch Produktionsunterbrechungen mit sich.

Die Basis der neuen Anlage: Filtration und Umkehrosmose

Die zuständige Grünbeck-Werksvertretung NOW entwickelte ein umfassendes Aufbereitungskonzept für die Schlosskellerei. Es umfasst unter anderem zwei Mehrschichtfilter filtraliQ:LA 24000, die ungelöste Schmutzstoffe des Brunnenwassers abscheiden. Außerdem wird das Wasser entsalzt. Dies geschieht in zwei Umkehrosmoseanlagen osmoliQ:LB mit Doppel-Antiscalant-Dosierung (max. 25.000 Liter/h) und einer Membranentgasungsanlage GENO-MEC 25000 2 „S“ zur pH-Wert-Anhebung nach der Umkehrosmose. Im Vergleich zu Ionenaustauschern bieten Umkehrosmoseanlagen den Vorteil, dass sie als rein physikalisches Verfahren im Betrieb keine Säuren und Laugen benötigen. So sinken die Betriebskosten und es fällt kein zu behandelndes Abwasser an.

Bei der Umkehrosmose wird das Rohwasser mit hohem Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst, die fast ausnahmslos Wassermoleküle passieren lässt. Nach dem Durchströmen der Membran ist das Wasser, das nun als Permeat bezeichnet wird, nahezu frei von Salzen, Kalk, Schwermetallen, Keimen wie Bakterien und Viren, Partikeln sowie gelösten organischen Substanzen und sonstigen Verunreinigungen. Diese Substanzen verbleiben auf der anderen Seite der Membran im sogenannten Konzentrat. Im Permeat findet sich lediglich ein Restsalzgehalt von ein bis fünf Prozent. Sollte dieser weiter gesenkt werden, kann Grünbeck die Systeme zweistufig ausführen. Heißt: Das Permeat durchfließt dann eine zweite Umkehrosmose.

Das zugefügte Antiscalant dient dazu, das Rohwasser optimal auszunutzen. Denn im Konzentrat bleiben die Härtebildner zurück, vor allem Calcium- und Magnesiumionen. Dieser Zusatzstoff verhindert, dass es dort schon früh zu Härteausfällungen (Scaling) kommt, welche die Poren der Membran blockieren würden. So lässt sich die Ausbeute steigern. Das Konzentrat kann also ohne jegliche Behandlung in die Kanalisation geleitet werden, da es neben dem unbedenklichen Antiscalant nur die bereits im Rohwasser enthaltenen Stoffe in sich trägt.

Nach der Aufbereitung fließt das Wasser in einen 75.000 Liter fassenden Edelstahltank und wird von dort über eine Druckerhöhungsanlage GENO-FU 22/40-2N und eine Chlordioxiderzeugungsanlage an alle Entnahmestellen auf dem Firmengelände der Schlosskellerei verteilt. Speziell für den Einsatz als Kesselspeisewasser reduziert eine Enthärtungsanlage Delta-p die Härte zusätzlich auf < 0,1 °dH.

Wasseraufbereitung und Solarstrom ergänzen sich perfekt

Von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist das Zusammenspiel der Wasseraufbereitungsanlage mit der auf den Dächern der Schlosskellerei installierten Photovoltaikanlage. Denn das aufbereitete Wasser dient in gewisser Weise als Pufferspeicher für den erzeugten Solarstrom: Der energieintensive Reinigungsvorgang erfolgt immer dann, wenn die Solarmodule mehr Strom liefern, als direkt genutzt werden kann. Dann erzeugen die Grünbeck-Anlagen Trinkwasser über den aktuellen Bedarf hinaus, das im erwähnten großen Edelstahltank gespeichert wird. Aus diesem Vorrat können Zeiten ohne eigene Stromerzeugung überbrückt werden. Auch ein 500-kWh-Batteriespeicher trägt dazu bei, die Eigennutzung des Solarstroms zu steigern.

„Wasseraufbereitung, Wasserspeicher, Photovoltaikanlage und Batteriespeicher harmonieren exzellent und bringen uns enorme Vorteile“, fasst Marc Baumann zusammen. Seit Inbetriebnahme der neuen Wasseraufbereitung konnte das Unternehmen den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms um mehr als 20 Prozent steigern. Angesichts der großen Differenz zwischen der Einspeisevergütung und den Preisen für Strom aus dem öffentlichen Netz wurde hiermit ein beachtliches Einsparpotenzial erschlossen.

Anlagen für die örtlichen Gegebenheiten maßgeschneidert

Um das umfassende System optimal in die Betriebsstätte zu integrieren, setzte das Team von Christian Engel, Geschäftsführender Gesellschafter der Grünbeck-Werksvertretung Wassertechnik NOW, einige maßgeschneiderte Lösungen ein. So wurde die Anlagentechnik auf zwei vorhandene Räume verteilt, um möglichst wenige Umbaumaßnahmen zu verursachen und die vorhandenen Leitungsstrukturen weitgehend nutzen zu können. Es wurde sogar die Geometrie einer Anlage so angepasst, dass sie sich durch eine vorhandene Deckenöffnung in einen Keller mit Gär- und Lagertank einbringen ließ. Auch die Produktion der Schlosskellerei Affaltrach lief während der vorbereitenden Arbeiten und der finalen Inbetriebnahme im November 2025 nahezu unterbrechungsfrei weiter.

Höchste Zufriedenheit mit Systemqualität und Zusammenarbeit

„Durch unsere neue Wasseraufbereitung haben wir nun für alle Anwendungen – von der Behälterreinigung bis hin zur Verwendung in Getränken – die bestmögliche Trinkwasserqualität, die wir durch ein zertifiziertes externes Labor überwachen lassen“, hebt Marc Baumann hervor. „Da wir im Bereich Getränke- und Lebensmittelverarbeitung agieren, ist dies eine essenzielle Grundvoraussetzung.“ Außerdem profitiert die Schlosskellerei durch das aufbereitete Wasser nun auch von längeren Standzeiten der Produktionsmaschinen, reduziertem Reparaturaufwand und verringerten Ausfallzeiten.

Marc Baumann ist vollauf zufrieden und lobt die „herausragende Zusammenarbeit. Wir hatten im Vorfeld bei der Projektierung und Planung sehr viele Komplexitäten durch individuelle Anforderungen, die hervorragend gelöst wurden. Auch mit der Umsetzung des Projekts sind wir sehr zufrieden. Alles in allem freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Firma Grünbeck und der Werksvertretung NOW bei zukünftigen Projekten.“

Über die Grünbeck AG

Die Grünbeck AG ist ein international tätiger Spezialist für Wasseraufbereitung mit Sitz in Höchstädt an der Donau. Ziel des Unternehmens ist es, hygienisch einwandfreies Wasser bereitzustellen und die Ressource Wasser nachhaltig zu schützen. Das Portfolio umfasst Lösungen für die Trinkwasseraufbereitung in der Gebäudetechnik, für Heiz- und Kältesysteme sowie für die Reinstwassertechnik in Industrie- und Energieanwendungen. Zudem bietet Grünbeck innovative Verfahren zur PFAS-Entfernung. Grünbeck steht für Qualität, Innovationskraft und umfassende Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasseraufbereitung. Mehr als 770 Mitarbeitende bringen ihr fundiertes Wasserwissen in die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen ein und arbeiten eng mit den Kunden zusammen, um deren Anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens spiegelt sich in einem Jahresumsatz von rund 165 Millionen Euro wider.

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