Digitale Zentralbankwährungen sind weltweit auf dem Vormarsch und eröffnen Finanzsystemen neue Möglichkeiten für Innovation und Wettbewerb. Zentralbanken sind die treibende Kraft dahinter. Zugleich ist die Entwicklung eines kohärenten Ökosystems über die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Ein von Giesecke+Devrient (G+D) und dem Official Monetary Financial Institutions Forum (OMFIF) veröffentlichter Bericht skizziert die wichtigsten Voraussetzungen für die Schaffung eines solchen Ökosystems, bei dem Zentralbank und Privatwirtschaft eng kooperieren.

Für viele Zentralbanken ist die Einführung digitalen Geldes als Ergänzung zum Bargeld keine Frage des ob, sondern des wann und wie. Sogenannte Central Bank Digital Currencies (CBDC) können jedoch nicht im luftleeren Raum existieren. Sie benötigen vielmehr interoperable Systeme und regulatorische Rahmenbedingungen. Für die Schaffung und den Betrieb digitaler Zentralbankwährungen, die eine potenzielle Plattform für Innovationen und einen Eckpfeiler der Digitalökonomie darstellen, sind daher viele Mitwirkende nötig.

Der vom OMFIF in Kooperation mit G+D herausgegebene Report „Unlocking the potential of a CBDC ecosystem” (1) erforscht die Rolle der Mitwirkenden in einem solchen Ökosystem und dessen Potenziale. Gleichzeitig werden die Herausforderungen für Zentralbanken bei der Realisierung eines CBDC-Ökosystems sowie dessen Wert für private Stakeholder beleuchtet. Der Bericht wirft einen Blick auf die beteiligten Organisationen, die potenziellen Vorteile eines CBDC-Netzwerks und die damit verbundenen praktischen Herausforderungen. 

Bevor die Innovationspotenziale einer digitalen Zentralbankwährung bewertet werden, ist es wichtig, die Teilnehmer in ihren Hauptfunktionen, wie Ausgabe, Betrieb und Regulierung einer solchen Währung, zu betrachten. Für den Bericht wurden zehn Schlüsselorganisationen befragt, die das CBDC-Ökosystem bilden würden, darunter vier Zentralbanken, zwei Technologieanbieter, zwei Händler, eine Geschäftsbank und ein Zahlungsdienstleister.

Der Report von G+D und OMFIF dient als Navigationshilfe für wichtige strategische Entscheidungen, die bei der erfolgreichen Ausgestaltung eines CBDC-Ökosystems getroffen werden müssen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Zentralbanken werden das Kernsystem einer digitalen Währung betreiben, während der private Sektor darauf neue Bezahl-Dienstleistungen anbietet sowie Services zur Einhaltung der Vorschriften.
  • Industrie, Wirtschaft, Handel und Verbraucher werden von dem neuen Ökosystem erheblich profitieren.
  • Digitale Zentralbankwährungen können eine wichtige Rolle bei der Abwicklung digitaler Vermögenswerte spielen und so das Wachstum dieses Bereichs fördern.
  • Digitale Zentralbankwährungen stellen programmierbare Zahlungslösungen bereit, von denen Wirtschaft, Verwaltung und Bürger gleichermaßen Vorteile erlangen werden.
  • Die Sicherstellung der Interoperabilität zwischen digitalen Zentralbankwährungen und existierenden Zahlungssystemen benötigt gemeinsame Anstrengungen technischer Dienstleister und Regulierungsbehörden. 
  • Alle Akteure des Ökosystems sind gefordert, sich an der Kommunikation zur Aufklärung der Endnutzer zu beteiligen.

„Digitale Zentralbankwährungen haben das Potenzial, die Gesellschaft zu verändern und die Grundlagen für künftiges ökonomisches Wachstum und sozialen Fortschritt zu legen“, erklärt Dr. Wolfram Seidemann, CEO von G+D Currency Technology. „Auf dem Weg dorthin gibt es noch einige Herausforderungen zu bewältigen, aber die Vorteile für die Verbraucher, für Wettbewerb und Innovationskraft im Finanzsystem sprechen für sich. Dieser Bericht spiegelt die Einsichten und Erkenntnisse von Stakeholdern, die alle Teil eines aufkommenden digitalen Währungsökosystems sein werden. Jetzt geht es darum, die Gelegenheit zu ergreifen und den Grundstein für das künftige Finanzsystem zu legen."

(1) Den Report finden Sie unter folgendem Link.

Über OMFIF

OMFIF ist ein unabhängiger Think Tank für Zentralbankwesen, Wirtschaftspolitik und öffentliche Investitionen und bietet eine neutrale Plattform für das Engagement des öffentlichen und privaten Sektors weltweit. Mit Teams in London und den USA konzentriert sich OMFIF auf globale politische und investitionsbezogene Themen für Zentralbanken, Staatsfonds, Pensionsfonds, Regulierungsbehörden und Finanzministerien.

Über die Giesecke+Devrient GmbH

Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiges Unternehmen für SecurityTech mit Hauptsitz in München. G+D macht das Leben von Milliarden von Menschen sicherer. Das Unternehmen schafft Vertrauen im digitalen Zeitalter, mit integrierten Sicherheitstechnologien in drei Geschäftsbereichen: Digital Security, Financial Platforms und Currency Technology.

G+D wurde 1852 gegründet und beschäftigt heute mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,53 Milliarden Euro. G+D ist mit 123 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 40 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com.

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