Es ist wichtiger zu erkennen, welches Potenzial in Künstlicher Intelligenz (KI) steckt als sich auf die daraus resultierenden Gefahren zu fokussieren. Lehrer können sich dank KI viel Arbeit ersparen und ihre Zeit in andere Dinge investieren. Prüfungsformate werden sich ändern, werden die Schule aber nicht komplett auf den Kopf stellen. Dies waren zentrale Thesen beim 13. Forum Bildungspartnerschaften bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg in Heidenheim. Es stand unter dem Motto „Lernen und Arbeiten mit künstlicher Intelligenz (KI)“ und war mit über 100 Teilnehmenden gut besucht.

Joachim Rosskopf von der Firma Zoi TechCon in Stuttgart sagte, KI führe zwar zu einer Disruption, also zu starken Veränderungen als Folge von Innovationen, aber nicht zu Massenarbeitslosigkeit. Denn es entstünden neue Berufsfelder, E-Commerce etwa trete an die Stelle des klassischen Bankkaufmanns und der Arbeitsmarkt werde so angetrieben. Durch die erste Welle der Digitalisierung sei man noch nicht ganz durch und mit KI – für die mit Blick auf die Veränderungen dasselbe gelte wie für das Internet – komme bereits die zweite Welle. Corona habe bereits dazu geführt, dass in den Schulen die Digitalisierung mit Hochdruck nachgeholt worden sei. Darauf müsse man aufbauen, der Prozess werde sich beschleunigen

Daran anknüpfend sprach Timo Münzing vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg darüber, wie ChatGPT Lernen und Leben verändert. Nun könne jeder mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, ohne ein Programmierprofi sein zu müssen. Zu beachten sei jedoch, dass die Informationen, die eingegeben würden, die Antworten und damit das Ergebnis beeinflussten. Wo ein Schüler bisher Stunden gebraucht habe, um einen Aufsatz zu schreiben, könne er nun in zwei Minuten ein Ergebnis haben. Das könne man zwar als Betrug werten. Münzing plädierte aber für eine positive Sichtweise:  Man solle überlegen, wie ein Schüler KI sinnvoll einsetzen könne, man solle die Potenziale erkennen. Zum Beispiel dieses: Er kann in zwei Minuten ein Feedback erhalten und erkennen, wo er seinen Aufsatz verbessern kann. Dies könnte ein Lehrer für 20 oder 30 Schüler gar nicht leisten.

Freilich könne KI auch falsche Aussagen liefern, wenn es falsch gefüttert werde. Es könne falsche Informationen generieren oder sogar schädliche Inhalte produzieren, vor allem dann, wenn ethische Gesichtspunkte keine Rolle spielen. Dieser Gefahren müsse man sich bewusst sein, unterstrich Münzing, daher müsse man KI verantwortungsvoll und sinnvoll einsetzen. Aber man dürfe sie nicht von Schülern fernhalten, denn sie kämen ohnehin damit in Kontakt.

Das Ziel sei es, junge Leute gut aufgestellt in die Berufswelt zu entlassen, sagte Frank Keller vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) in Schwäbisch Gmünd. Wichtig sei, was der Einzelne könne, woher dieses Wissen komme, sei zweitrangig. Folglich müsste man in die Informatik in den Schulen investieren. Beim Projekt IT2School in Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern erhalten Schulen kostenlose Materialien und Unterstützungsangebote. Ziel ist es, dass Schüler hinter die Kulissen der digitalen Welt blickten und Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnologie kennenlernten.

Zu Beginn hatte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg, Thorsten Drescher, die Teilnehmer und die Partner der regionalen Bildungspartnerschaften, Südwestmetall, Handwerkskammer Ulm, das Schulamt und das ZSL, begrüßt. Der Schulterschluss von inzwischen 83 Schulen, 366 Unternehmen aus allen Branchen und über 400 Bildungspartnerschaften, sei in den vergangenen 15 Jahren gut gelungen und er sei angesichts der Herausforderungen durch Dekarbonisierung, Demografie und Digitalisierung weiter nötig. Bildungspartnerschaften seien  ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Berufsorientierung.

So melde die IHK Ostwürttemberg zum 30. September diesen Jahres mit 1784 (im Jahr 2022: 1677) neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Plus von 6,4 Prozent. Die Handwerkskammer Ulm spreche für die Region Ostwürttemberg von 787 neuen Ausbildungsverträgen ebenfalls einem Plus gegenüber 2022. Andererseits zeige der Fachkräftemonitor, dass von den aktuell rund 185.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ostwürttemberg bis zum Jahr 2030 rund 30.000 Personen in den  Ruhestand gehen. Die damit verbundenen Herausforderungen seien nur zu lösen, wenn neue technische Möglichkeiten, namentlich der Einsatz von KI, umfassend genutzt werden.

Markus Kilian, Geschäftsführer Südwestmetall Ostwürttemberg, beendete deshalb das Forum mit dem Hinweis, dass KI ein großes Potenzial habe, das Schulsystem zu verändern und Unternehmensprozesse weiter zu rationalisieren.

Für ein hervorragendes Catering sorgten beim Forum Schüler der Bühlschule Giengen.

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