Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) e. V. fordert einen Industriestrompreis, um zu verhindern, dass die energieintensive Industrie in Deutschland ins kostengünstigere Ausland abwandert. Die hohen Stromkosten in Deutschland, teils zehnmal so hoch wie in den USA, gefährden die Wettbewerbsfähigkeit und die Transformation der deutschen Industrie. Der VIK begrüßt daher den Vorstoß des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für einen befristeten Brückenstrompreis.

„Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist aufgrund der aktuellen Energiekosten gefährdet wie nie zuvor. Bei den Stromkosten, die Deutschland aktuell und in den kommenden Jahren erwartet, können energieintensive Unternehmen schlicht nicht wirtschaften“, so Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK.

Betroffen sind vor allem die Grundstoffindustrien. Chemikalien, Metalle, Papier, Keramik, Glas – Produkte, die heute noch in Deutschland hergestellt werden: Eine Abwanderung riskiert einen Domino-Effekt, bei dem weite Teile der industriellen Wertschöpfungsketten ihre Standorte verlagern. „Zwischenprodukte reisen nicht gerne“, erläutert Seyfert, „gerade Chemikalien werden oft mit bestimmter Temperatur oder bestimmtem Druck benötigt, weshalb sich weiterverarbeitende Unternehmen direkt am Produktionsstandort der Grundstoffindustrie ansiedeln. Zu glauben, man könne den Schaden für die industrielle Wertschöpfung in Deutschland irgendwie begrenzen oder steuern, wenn die Sache erst einmal ins Rutschen gerät, ist realitätsfern.” Das bedrohe mittelbar auch weite Teile der mittelständischen Industrie, die von Zulieferungen abhängig sind.

Energieintensive Industrie ist für den deutschen Wohlstand von entscheidender Bedeutung

Die Bedeutung des Standorts wird beim Fiskaleffekt der energieintensiven Industrie in Deutschland deutlich: Laut einer Kurzstudie der IWCONSULT belief sich allein der Beitrag der energieintensiven Branchen zu den Staatseinnahmen im Jahr 2022 auf rund 90 Milliarden Euro. Ein Brückenstrompreis in Höhe von ca. vier Milliarden Euro pro Jahr ist somit eine Investition in die Zukunft, die sich auch für den Bundeshaushalt lohnt.

Für den Erhalt der Industrie spricht neben den damit verbundenen Arbeitsplätzen und nachgelagerten Wertschöpfungsketten auch die strategische Resilienz Deutschlands. Verlieren wir unsere energieintensive Industrie, würden zwangsläufig Abhängigkeiten von Importen aus Ländern, die nicht zwangsläufig demokratisch und freundlich gesonnen sind, vergrößert und neue geschaffen.

Die aktuelle Situation sei auch deswegen so riskant, weil jetzt eigentlich dringend die Investitions- und Standortentscheidungen für die Transformation zur Klimaneutralität in Deutschland getroffen werden müssen. Derweil hier die Stromkosten nicht wettbewerbsfähig bleiben, werben andere Länder mit niedrigen Energiepreisen und staatlicher Unterstützung aktiv um deutsche Unternehmen. “Sinken die Energiekosten nicht, laufen wir Gefahr, dass unsere Unternehmen im Ausland investieren, transformieren und wir im internationalen Wettbewerb weiter zurückfallen", betont Christian Seyfert.

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