In der Saarwirtschaft haben sich die aktuelle Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden Monate erneut leicht verbessert. Für einen nachhaltigen Aufschwung fehlt jedoch angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes nach wie vor die Kraft, wie das aktuelle Stimmungsbild der Unternehmen im Saarland signalisiert. So stieg der IHK-Lageindikator im April um 1,8 Punkte auf 26,5 Zähler. Getragen wird diese abermalige Verbesserung jedoch allein von der Saarindustrie, während die Geschäftslage im Dienstleistungssektor auf dem Niveau des Vormonats verharrt. Besser sind auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator legte um 1,2 Punkte zu. Mit minus 13,5 Zählern liegt er zwar noch immer im roten Bereich, doch der fünfte Anstieg in Folge stützt die Hoffnung, dass die Saarkonjunktur im weiteren Jahresverlauf stärker Tritt fassen wird. 

„Die Saarwirtschaft hat im April einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht.  Doch die anhaltend hohen Energiepreise, der zunehmende Arbeitskräftemangel und deutlich gestiegene Zinsen erhöhen die Kosten für die Unternehmen und engen den Spielraum für Investitionen und Beschäftigungsaufbau ein. Erschwerend kommt die Konsumzurückhaltung der Verbraucher hinzu. All dies dämpft gegenwärtig das Aufwärtspotenzial. Da auch die weltwirtschaftliche Entwicklung weiterhin nur wenig Rückenwind für den Export erwarten lässt, muss die Bundesregierung zügig und entschlossen die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte stärken. Schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme reichen hierzu aber nicht aus. Erforderlich ist stattdessen eine angebotsorientierte Politik, die bessere Rahmenbedingungen für nachhaltig rentable Investitionen und damit für Wachstum und Wohlstand schafft.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der April-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 100.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten 39 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder sehr gut, 48 Prozent mit befriedigend und 13 Prozent mit schlecht. Gut bis sehr gut laufen die Geschäfte in der Elektroindustrie, im Maschinenbau und in Teilen der Stahlindustrie. Überwiegend befriedigend ist die Lage im Fahrzeugbau, im Ernährungsgewerbe, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, im Stahlbau, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, in der Medizintechnik sowie in Teilen der Bauwirtschaft. Angespannt ist die Situation nach wie vor bei den energieintensiven Gießereien.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 91 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Gut laufen die Geschäfte in der IT-Branche. Bei den Banken, Versicherungen und unternehmensnahen Dienstleistern ist die Lage hingegen befriedigend. Im Handel sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe ist das Stimmungsbild angesichts der allgemeinen Konsumzurückhaltung nach wie vor uneinheitlich.
 
Industriestrompreis rasch einführen

In den kommenden sechs Monaten bleiben die Aussichten der Saarwirtschaft weiterhin verhalten. Nur fünf Prozent der Betriebe rechnen mit besseren, 18 Prozent dagegen mit schlechteren Geschäften. Die verbleibenden 77 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung aus. „Mit der vollzogenen Abschaltung der letzten Atomkraftwerke stellt sich drängender denn je die Frage nach einer verlässlichen und bezahlbaren Versorgung mit Strom. Die hohen Strompreise sorgen schon jetzt dafür, dass energieintensive Unternehmen Investitionen verstärkt im Ausland tätigen. Das ist eine höchst alarmierende Entwicklung für den Industriestandort Deutschland. Solange nicht ausreichend günstiger Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, muss der Staat den Strompreis für energieintensive Industrien zumindest deckeln. Andere Länder wie Frankreich und Spanien haben hier zum Schutz ihrer Unternehmen längst Fakten geschaffen. Die Bundesregierung bleibt aufgefordert, jetzt zügig nachzuziehen und dieses Thema auch auf europäischer Ebene zu adressieren, um weitere Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Andernfalls droht ein erheblicher Verlust hochproduktiver Arbeitsplätze in der Industrie“, sagt Thomé.

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