Die nüchternen Zahlen vorab: Gemäß den aktuellen Schätzungen ist das BIP der Eurozone um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. In Deutschland legte das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu, als wahrscheinlichen Treiber nennt das Statistische Bundesamt zum aktuellen Zeitpunkt die Konsumausgaben im privaten Sektor.

„Interessant ist hier vor allem, wie mit diesem Zahlenwerk umgegangen wird“, so Thomas Grüner, Gründer und Vice Chairman von Grüner Fisher Investments. „Angesichts der flächendeckenden Rezessionsängste darf dieses moderate Ergebnis durchaus als ‚positive Überraschung‘ gewertet werden.“ Die Reaktionen würden zudem verdeutlichen, dass überwiegend nach dem Prinzip „Ja, aber“ analysiert werde – eine typische Ausprägung für den Pessimismus des Unglaubens.

Ja, aber!
Das BIP in Deutschland sei gewachsen, obwohl die meisten mit einem Rückgang gerechnet hätten. „Aber die Inflation ist im Oktober um 11,6 Prozent im Jahresvergleich angestiegen, und dieser Wert lag ebenfalls über den Schätzungen“, erläutert Grüner. „Es könnte sich also nur um die Ruhe vor dem Sturm handeln!“

Das deutsche Wirtschaftswachstum sei zwar ziemlich robust geblieben, aber die exportorientierte Wirtschaft sei durch COVID und die Abhängigkeit von der russischen Energieversorgung in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass harte Zeiten bevorstünden!

„Ja, Deutschland hat seine Gasspeicher aufgefüllt und scheint in der Lage zu sein, diesen Winter zu überstehen“, sagt Grüner. „Aber die Fragen zur Energiesicherheit bleiben bestehen, sie stellen ein größeres Problem für den nächsten Winter dar!“

Gegenwind ist vorhanden
Deutschland oder Europa seien einem Gegenwind mit vielen Gesichtern ausgesetzt, welcher sich auf Haushalte und Unternehmen auswirken könne, das sei keine Frage. Mögliche Energieengpässe könnten zu Rationierungen führen, was die Wirtschaft wahrscheinlich hart treffen und die Wahrscheinlichkeit einer Rezession erhöhen würde. Deutschland sei besonders gefährdet, da Engpässe seine große chemische Industrie treffen würden, die auf Erdgas als Energie- und Rohstoffquelle angewiesen sei. „Es ist auch möglich, dass der relativ hohe Anteil der Schwerindustrie und der Exporte am deutschen BIP in ferner Zukunft zu einem langsameren Wachstum führt“, meint Grüner. „Wir sind jedoch der Meinung, dass die Fokussierung auf die negativen Aussichten und das schnelle Ignorieren jeder guten Wirtschaftsnachricht vor allem zeigt, wie pessimistisch die Stimmung heute ist.“

Märkte würden Nachrichten nicht pauschal als „gut“ oder „schlecht“ einstufen. Für sie sei es entscheidend, wie die Menschen die gegenwärtige und künftige Lage einschätzen würden und wie die Realität mit diesen Erwartungen übereinstimme. In diesem Zusammenhang sei es also aus Anlegersicht erfreulich zu sehen, wie schwer die Problemstellungen auf der Marktstimmung lasten würden.

Fazit
Die zweite Schätzung des BIP für das dritte Quartal werde weitere Erkenntnisse liefern. „Die Sanktionen und die Energieverknappung sind schädlich für die deutsche Wirtschaft, aber Deutschland hat viel dafür getan, dass das Ergebnis ‚besser als erwartet‘ ausfallen wird“, resümiert Grüner. „Für die Aktienmärkte wird das Zahlenwerk bis dahin jedoch längst ein alter Hut sein.“ Deutsche und europäische Aktien seien im Jahresverlauf bereits unter die Schwelle von -20 Prozent gefallen. Sie hätten eine „flache“ Rezession in gewissem Sinne mit einem „leichten“ Bärenmarkt ordnungsgemäß verarbeitet und würden sich der Zukunft widmen – wie immer. Diese werde von anhaltendem Pessimismus und Wirtschaftsdaten der Kategorie „robuster als gedacht“ umrahmt – das seien gute Voraussetzungen für eine spürbare Erholung.

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Über die Grüner Fisher Investments GmbH

Grüner Fisher Investments (GFI) ist eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mit eigenem Ermessensspielraum, die vorwiegend vermögende Privatpersonen und Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreut. Grüner Fisher Investments ist Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV) und ist ein durch die BaFin lizensiertes und beaufsichtigtes Institut. GFI wurde als Top-Vermögensverwalter von Capital (2019), als Top-Arbeitgeber im Mittelstand (2019) von Focus und als "Great Place to Work" (2020, 2021) von Great Places to Work ausgezeichnet. Das Unternehmen ist eine deutsche Tochtergesellschaft von Fisher Investments in den USA, einem der größten unabhängigen Vermögensverwalter der Welt. Zum 31.03.2021 verwaltete Fisher Investments und seine Tochtergesellschaften ein Vermögen von über 143 Mrd. EUR – über 93 Mrd. EUR für nordamerikanische Privatanleger, 34 Mrd. EUR für institutionelle Anleger, 14 Mrd. EUR für europäische Privatanleger und 1 Mrd. EUR für die Altersvorsorge kleiner und mittlerer Unternehmen in den USA. Fisher Investments unterhält vier Hauptgeschäftsgruppen: US Private Client, Institutional, Private Client International und 401(k) Solutions, die einen globalen Kundenstamm bedienen. Der Gründer und Executive Chairman von Fisher Investments, Ken Fisher, schrieb von 1984 bis 2016 die Forbes-Kolumne "Portfolio Strategy" und ist damit der am längsten ununterbrochene Kolumnist in der Geschichte der Zeitschrift. In den letzten Jahren erschienen Ken Fishers Kolumnen durchgängig in den wichtigsten Medien in fast allen westeuropäischen Ländern, einschließlich Focus Money in Deutschland, sowie in wichtigen asiatischen Ländern, und damit in mehr Ländern und mit mehr Umfang als jeder andere Kolumnist in der Geschichte. Fisher ist außerdem Autor von 11 Büchern, darunter vier New York Times-Bestseller zum Thema Finanzen und Investieren.

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