Die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart ist trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin hoch. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt zum Ausbildungsstart am 1. September mit 3.702 um 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Erfreulich ist auch die Zunahme der weiblichen Azubis sowie der Abiturienten, die den Karriereweg der dualen Ausbildung einschlagen. Zum Start des neuen Lehrjahres betonte Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, dass eine Ausbildung im Handwerk das Fundament für eine sichere berufliche Zukunft ist und bleibt. „Daran hat auch Corona nichts geändert.“

Aktuell sind in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Region Stuttgart auch nach dem Start des Ausbildungsjahres am 1. September noch fast 300 freie Lehrstellen für einen der attraktiven Ausbildungsberufe im Handwerk gelistet. Hoefling: „Wir setzen alles daran, im Rahmen des Sommers der Berufsbildung weiterhin viele junge Menschen gezielt anzusprechen. Die Chancen für Jugendliche auf einen modernen und anspruchsvollen Ausbildungsplatz im Handwerk sind nach wie vor bestens.“

Hoch im Kurs steht bei Abiturienten die praxisorientierte duale Ausbildung in einem Handwerksberuf, nachdem die Hochschulen pandemiebedingt auf Online-Studienangebote angewiesen waren. Das Plus an Azubis mit Abitur liegt bei 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch die Zahl der Frauen, die im Handwerk den Berufseinstieg absolvieren, liegt mit 3,9 Prozent im Plus. Dagegen ging die Zahl der Berufsanfänger mit Migrationshintergrund um 3,7 Prozent zurück. 

Wichtig sei zu wissen, dass der Zug für dieses Ausbildungsjahr noch längst nicht abgefahren ist. Jede und jeder kann jetzt noch das Ticket in Richtung Zukunft lösen. „Der Einstieg in die Ausbildung kann auch im Herbst erfolgen – es gibt keine Schlussfrist für den Beginn einer Ausbildung“, betonte Thomas Hoefling. Ein Ausbildungsverhältnis könne grundsätzlich jederzeit begonnen werden, wenn sich Betrieb und Auszubildende darüber einig sind.  Besonders attraktiv seien Handwerksberufe deshalb, weil sie Nachhaltigkeit und Klimaschutz verkörpern. „Und solche Spezialisten brauchen unsere Fachbetriebe, weil es gilt die Zukunftsaufgaben beim Klima- und Umweltschutz, bei SmartHome, kreativem Wohnen und gesundem Leben, Mobilität oder im Gesundheitsbereich zu bewältigen.“

„Die Ausbildungsleistung von Betrieben und Azubis in Pandemiezeiten ist als besonderer Kraftakt zu bewerten“, erklärte Hoefling bei der Vorlage der Zahlen. Herausfordernd war, dass die gewohnten Kontaktpunkte zwischen Jugendlichen und ausbildenden Handwerksbetrieben durch die Pandemie lange Zeit versperrt und gestört waren: Praktische Berufsorientierung ist für junge Menschen mit dem Unterricht oft ausgefallen, Schülerinnen und Schüler haben keine Ferienpraktika absolviert, konnten keine Präsenz-Berufsmessen besuchen und keine Angebote der Schule wahrnehmen, um Berufe kennenzulernen. Bildungspartnerschaften, Elternabende oder Gespräche mit Ausbildungsbotschaftern mussten – wenn möglich – digital stattfinden. 

Deshalb hat die Handwerkskammer in der Corona-Zeit viele Angebote und Instrumente zur Berufsorientierung weiter digitalisiert: Virtuelle Ausbildungsmessen, Speed-Datings, das Lehrstellenradar und die Infotour an Schulen. „Diese digitalen Angebote waren wichtig und gut, sie können aber eine pädagogische Berufsorientierung nicht vollkommen ersetzen“, so der Hauptgeschäftsführer. Deshalb hoffen wir auf eine baldige Rückkehr zur Normalität bei der Berufsorientierung. 

Um die Attraktivität der dualen Ausbildung weiter zu steigern, gibt es jetzt die AzubiCard Baden-Württemberg für alle Auszubildenden. Hoefling: „Mit der nagelneuen AzubiCardBW können sich Azubis ausweisen und erhalten in der Region Stuttgart und in ganz Deutschland Vergünstigungen und Zugang zu exklusiven Angeboten. Das können zum Beispiel Rabatte bei teilnehmenden Bäckern oder Metzgern, ermäßigte Eintrittspreise im Kino und bei Konzerten oder preiswertere Übernachtungen in Hostels oder Hotels sein. Deutschlandweit gibt es bereits über 600 Angebote, auch von Banken und Versicherungen.“ Die kostenfreie AzubiCardBW sei vergleichbar mit einem Schülerausweis oder einem Studierendenausweis. Sie unterstütze junge Menschen mit besonderen Angeboten dabei, ihr schmales Budget zu entlasten. Denn nicht immer reiche die Ausbildungsvergütung aus, um sich alle Wünsche zu erfüllen. „Auszubildende, die einen Ausbildungsvertrag mit einem Mitgliedsbetrieb einer der teilnehmenden Kammern schließen, erhalten diese Karte automatisch zeitnah nach Ausbildungsbeginn“, sagte der Kammerchef.

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www.hwk-stuttgart.de/ausbildungssommer

www.hwk-stuttgart.de/azubicard

www.azubiTV.de

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