• Erfolgreiches erstes Halbjahr: Auftragseingang1 +27,5 Prozent, Konzernumsatz +17,9 Prozent, operative Ertrags1-Marge erreicht 27,8 Prozent
  • Stärkeres Wachstum und höhere Profitabilität für die Sparte Bioprocess Solutions und den Gesamtkonzern erwartet; Ausblick für die Sparte Lab Products & Services unverändert

Auf Basis einer sehr dynamischen Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 sowie einer auch für den weiteren Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage hat Sartorius, ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie, seine Wachstums- und Ertragsprognose für das laufende Jahr angehoben.
„In der Sparte Bioprocess Solutions war das Wachstum über alle Produktkategorien und Regionen hinweg hoch, wobei insbesondere die zusätzliche Nachfrage im Zusammenhang mit Covid-19-Impfstoffen und –Therapeutika stärker war als bisher erwartet. Aber auch das Geschäft der Laborsparte, das in den ersten Monaten spürbar durch die Pandemie-Krise beeinträchtigt war, zeigte einen positiven Trend. Zudem schreitet in beiden Sparten die Integration der von Danaher erworbenen Life-Science-Geschäfte trotz der aktuellen Einschränkungen erfolgreich voran. Wir gehen also mit großer Zuversicht in die zweite Jahreshälfte, auch wenn durch die Pandemie nach wie vor erhebliche Herausforderungen und Unsicherheiten bestehen“, sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg.

Geschäftsentwicklung im Konzern


Der Konzernumsatz nahm im ersten Halbjahr um 17,9 Prozent auf 1.056,8 Millionen Euro zu, nominal um 18,1 Prozent. Der Auftragseingang1 stieg um 27,5 Prozent auf 1.244,8 Millionen Euro (nominal +27,8 Prozent). Zu der Entwicklung trug vor allem das sehr dynamische Geschäft der Sparte Bioprocess Solutions bei. Das Halbjahr für die Laborsparte verlief in einem teilweise schwierigen konjunkturellen Umfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie moderat. Die von Mai 2020 an konsolidierte Akquisition der Geschäfte von Danaher sowie die mehrheitliche Übernahme des Zellkulturmedien-Spezialisten Biological Industries im Dezember 2019 trugen plangemäß zusammen knapp vier Prozentpunkte zum Umsatzwachstum im ersten Halbjahr bei.

Das Ergebnis des Sartorius Konzerns wuchs deutlich überproportional zum Umsatz. Mit 293,5 Millionen Euro lag das operative EBITDA1 um 23,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 237,6 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg von 26,6 Prozent auf 27,8 Prozent. Die Akquisitionen beeinflussten das Ergebnis erwartungsgemäß nur unwesentlich, hingegen hatten Wechselkurseffekte einen leicht negativen Einfluss von knapp 0,5 Prozentpunkten.

Der maßgebliche Konzernnettogewinn1 stieg ebenfalls überproportional zum Umsatz um 22,4 Prozent auf 124,3 Millionen Euro. Der Gewinn je Stammaktie lag bei 1,81 Euro (Vorjahr: 1,48 Euro), der Gewinn je Vorzugsaktie bei 1,82 Euro (Vorjahr: 1,49 Euro).

Zweistellige Umsatzzuwächse in allen Regionen

Alle Geschäftsregionen des Konzerns steigerten ihre Umsätze zweistellig. In der mit einem Anteil von rund 40 Prozent umsatzstärksten Region EMEA2 lagen die Erlöse bei 419,5 Millionen Euro, ein Plus von 16,0 Prozent. Die höchste Dynamik zeigte die Region Amerika, auf die etwa 35 Prozent des Konzernumsatzes entfallen. Das Geschäft wuchs um 19,7 Prozent auf 373,1 Millionen Euro. Die Region Asien | Pazifik macht rund 25 Prozent des Konzernumsatzes aus. Hier stiegen die Erlöse um 18,4 Prozent auf 264,2 Millionen Euro.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Sparte Bioprocess Solutions, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, steigerte den Umsatz basierend auf einer hohen Nachfrage über alle Produktkategorien hinweg um 21,3 Prozent auf 809,3 Millionen Euro (nominal + 21,6 Prozent). Gut zwei Prozentpunkte des Wachstums entfielen auf die Akquisitionen. Der Auftragseingang1 stieg im ersten Halbjahr 2020 mit + 33,5 Prozent noch stärker als der Spartenumsatz (nominal + 33,9 Prozent) auf 984,9 Millionen Euro. Das Wachstum wurde positiv durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusst, die zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Sartorius-Produkten für die Herstellung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten führte. Ein weiterer Grund waren größere Projektaufträge aus Asien. Die starke Dynamik zu Jahresbeginn hat sich somit bis zur Jahresmitte fortgesetzt. Der operative Ertrag1 der Sparte erhöhte sich überproportional um 29,1 Prozent auf 247,2 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg – trotz einer leichten Verwässerung durch Währungseffekte und die jüngsten Übernahmen – aufgrund von Skaleneffekten auf 30,5 Prozent gegenüber 28,8 Prozent in der Vergleichsperiode.

Die Sparte Lab Products & Services, die auf Technologien für Labore vor allem der Pharmabranche und Life-Science-Forschung spezialisiert ist, steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 8,1 Prozent auf 247,5 Millionen Euro (nominal + 8,1 Prozent) und damit im Rahmen der nach dem ersten Quartal angepassten Erwartungen. Während sich die Auswirkungen der Pandemie dämpfend auf die Nachfrage auswirkten, steuerten die jüngsten Akquisitionen knapp neun Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Positiv entwickelte sich der Auftragseingang1, der mit einem Plus von 8,9 Prozent auf 259,9 Millionen Euro (nominal + 8,9 Prozent) stieg. Der operative Ertrag1 lag nach sechs Monaten aufgrund schwächerer Kapazitätsauslastungen zu Jahresbeginn und negativer Währungseffekte von gut 0,5 Prozentpunkten mit 46,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (+0,4 Prozent). Die operative EBITDA1-Marge betrug 18,7 Prozent, wobei die Akquisitionen in der Berichtsperiode einen in Summe leicht positiven Effekt hatten. (Angaben zum Umsatz und Auftragseingang währungsbereinigt. Umsätze und Margen der Sparten in der Vergleichsperiode wegen der veränderten Zuordnung zweier kleiner Produktsegmente angepasst)

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern

Mit 30,1 Prozent lag die Eigenkapitalquote auch nach Abschluss der Akquisitionen auf einem weiter soliden Niveau (31. Dezember 2019: 38,1 Prozent). Der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu operativem EBITDA1, stieg in diesem Zusammenhang zum 30. Juni 2020 erwartungsgemäß auf 2,8 nach 2,0 zum Jahresende 2019. Die Investitionsquote lag bezogen auf den Umsatz im Rahmen der Erwartungen bei 8,5 Prozent (Vorjahreszeitraum: 12,8 Prozent).

Mitarbeiterzahl steigt

Der Sartorius Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2020 weltweit insgesamt 9.729 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2019 hat sich die Zahl damit um 693 Beschäftigte oder etwa 7,7 Prozent erhöht, wobei rund 300 Mitarbeiter im Zuge der Akquisition der Danaher-Geschäfte ins Unternehmen gekommen sind. Der übrige Anstieg resultiert insbesondere aus der Einstellung zusätzlicher Produktionsmitarbeiter aufgrund der gestiegenen Auslastung einiger Werke. Rund 6.500 Menschen waren in der Region EMEA2 beschäftigt, mehr als 1.700 in der Region Amerika und etwa 1.500 in der Region Asien | Pazifik. (Vorjahresbasis wurde durch Änderung des Konsolidierungskreises leicht angepasst)

Ausblick für das Jahr 2020 angehoben
Die Unternehmensleitung geht nunmehr von einer Erhöhung des Konzernumsatzes von 22 Prozent bis 26 Prozent (bisher 15 Prozent bis 19 Prozent) sowie einer operativen EBITDA1-Marge von etwa 28,5 Prozent (bisher etwa 27,5 Prozent) aus. Ein signifikanter Teil des gegenüber der bisherigen Prognose zusätzlich erwarteten Geschäfts ist auf die derzeitige Coronavirus-Pandemie zurückzuführen: Sartorius-Produkte werden sowohl bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen als auch von antiviralen Medikamenten eingesetzt. Zum Umsatzanstieg soll die Erstkonsolidierung von Biological Industries unverändert knapp 1,5 Prozentpunkte beitragen und der Einbezug des von Danaher erworbenen Portfolios gut fünf Prozentpunkte.

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote wird weiter bei rund zehn Prozent erwartet (Vorjahr: 12,3 Prozent). Der dynamische Verschuldungsgrad, berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und operativem EBITDA1, dürfte zum Jahresende 2020 etwas unter 2,75 liegen (bisher etwa 2,75; Vorjahr: 2,0).

Ausblick für die Sparten
Für die Sparte Bioprocess Solutions wird mit einer Umsatzsteigerung von 26 Prozent bis 30 Prozent (bisher 17 Prozent bis 21 Prozent) gerechnet. Hierzu sollen die Konsolidierung von Biological Industries nach wie vor rund einen Prozentpunkt und die des Danaher-Portfolios rund 3,5 Prozentpunkte beitragen. Die operative EBITDA1-Marge soll bei etwa 31 Prozent (bisher etwa 30 Prozent) liegen, worin leicht verwässernde Effekte durch die Einbeziehung der Akquisitionen enthalten sind.

Der Ausblick für die Laborsparte bleibt mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent bis 14 Prozent bei einer operativen EBITDA1-Marge von etwa 20 Prozent unverändert. Die Konsolidierung von Biological Industries soll weiter 2,5 Prozentpunkte und das Danaher-Portfolio rund zehn Prozentpunkte zum Wachstum beitragen. Während der Einbezug des Danaher-Portfolios die Marge um 1,5 Prozentpunkte verbessern dürfte, sollte die Konsolidierung von Biological Industries zu einer leichten Verwässerung führen.

Aufgrund der Pandemie steht die Prognose weiter unter größerer Unsicherheit als üblich. Zugrunde gelegt werden insbesondere die Annahmen, dass Logistikketten stabil sind und Produktionslinien in Betrieb bleiben. Alle Zahlen zur Prognose sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben.

Mittelfristprognose unverändert

Trotz der aktuell erhöhten Nachfrage sieht Sartorius hinsichtlich seiner Mittelfristprognose bis 2025 zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anpassungsbedarf. Das Unternehmen erwartet für das Jahr 2025 weiter einen Umsatz von rund vier Milliarden Euro bei einer operativen EBITDA1-Marge von etwa 28 Prozent3.

Grundlage ist, dass sich die mittelfristigen Fundamentaldaten der Biopharma-Branche unverändert darstellen. So ist derzeit nicht absehbar, dass sich die aktuelle Zusatznachfrage aus den Bereichen Impfstoffe und antivirale Medikamente zu einer nachhaltigen Erhöhung der Nachfrage in diesen Bereichen entwickeln wird. Zudem zeichnet sich ab, dass sich die Marktzulassung einiger Biopharmaka aufgrund von pandemiebedingt verschobenen klinischen Testreihen verspäten könnte. Eine Quantifizierung der Auswirkungen dieser verschiedenen Effekte ist derzeit weder der Höhe noch dem Zeitpunkt nach zuverlässig möglich.

1 Sartorius veröffentlicht alternative Leistungskennzahlen, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind. Diese werden mit dem Ziel ermittelt, eine bessere Vergleichbarkeit der Geschäftsleistung im Zeitablauf bzw. im Branchenvergleich zu ermöglichen.

– Auftragseingang: alle Kundenaufträge, die in der jeweiligen Berichtsperiode rechtsgültig abgeschlossen wurden

– Operatives oder underlying EBITDA: das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation

– Maßgebliches Periodenergebnis: Periodenergebnis nach Anteilen Dritter, bereinigt um Sondereffekte und nichtzahlungswirksame Amortisation sowie basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis einschließlich entsprechender Steueranteile

2 EMEA = Europa, Mittlerer Osten, Afrika

3 Weitere Informationen im Geschäftsbericht 2019 auf Seite 28  

Diese Veröffentlichung enthält Aussagen über die zukünftige Entwicklung des Sartorius Konzerns. Zukunftsgerichtete Aussagen unterliegen bekannten und unbekannten Risiken, Unsicherheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von diesen Aussagen abweichen. Sartorius übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse zu aktualisieren.

Über die Sartorius AG

Der Sartorius Konzern ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess Solutions trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt werden. Der Konzern wächst durchschnittlich zweistellig pro Jahr und ergänzt sein Portfolio regelmäßig durch Akquisitionen von komplementären Technologien. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 1,83 Milliarden Euro. Ende 2019 waren mehr als 9.000 Mitarbeiter an den rund 60 Produktions- und Vertriebsstandorten des Konzerns für Kunden rund um den Globus tätig.

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