Aufgrund seiner hervorragenden technischen Eigenschaften, insbesondere im Brandschutz, war Asbest über Jahrzehnte ein unverzichtbarer Baustoff. Erst mit Erkennen seiner erheblichen Gesundheitsgefahren wurde die Verwendung des Silikatmaterials in den 1990er Jahren in Deutschland und 2005 in der gesamten Europäischen Union verboten. Bis dahin fand das Material in Form asbesthaltiger Baustoffe Einzug in Millionen Gebäude, in denen die unsichtbare Gefahr bis heute in Dach- und Fassadenplatten, Bodenbelägen, Putz- und Spachtelmassen oder Brandschutzplatten schlummert. Aber auch in Brücken und industriellen Anlagen findet sich Asbest. Zum Problem entwickelt sich das Risikomaterial vor allen Dingen im Zuge von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie beim Rückbau und Abriss. Hierbei entsteht nicht nur ein akutes Risiko vor Ort, sondern auch die Notwendigkeit, asbesthaltige Abfälle sachgerecht zu entsorgen.

Um sich die Dimensionen des Problems vor Augen zu führen, lohnt ein Blick auf ein paar Zahlen: Zwischen 1950 und 1985 wurden mehr als 4 Mio. Tonnen Asbest nach Deutschland importiert. Durch die Art Verwendung mit Bindemitteln wie Zement ergibt sich hieraus eine Menge von mehr als 35 Mio. Tonnen asbesthaltiger Baustoffe. Schätzungen gehen davon aus, dass aktuell pro Jahr etwa 500.000 bis 700.000 Tonnen asbesthaltiger Abfälle entsorgt werden. Alle mit deren Handling verbundenen Prozesse gehen mit einem hohen Gesundheitsrisiko einher und erzeugen massiven Aufwand sowie Kosten, vom Abriss bis zur langfristig sicheren Lagerung. Eine zentrale Herausforderung dabei ist die zuverlässige Erkennung einer Asbestbelastung.

Früherkennung schützt die Gesundheit und reduziert Kosten

Allein durch eine Sichtprüfung ist Asbest in Baustoffen kaum erkennbar. Entsprechend sind eine professionelle Gebäudeerkundung, eine Materialbewertung und in den meisten Fällen eine Laboranalyse unverzichtbar. Vor 1993 errichtete Gebäude gelten heute grundsätzlich als asbestverdächtig. Werden im Vorfeld von Baumaßnahmen von Sachkundigen typische asbestverdächtige Bauteile wie Faserzement-Dach- und Fassadenplatten identifiziert, erfolgt heute üblicherweise die Entnahme einer Materialprobe und eine anschließende Laboranalyse. Diese wiederum erzeugt zusätzliche Kosten und verzögert den Fortschritt der Bau- oder Abrissmaßnahmen um Tage oder auch Wochen.

Vor dem gleichen Problem stehen Entsorgungsbetriebe: Im Rahmen der Recyclingprozesse ist das Aussortieren asbesthaltiger Abfälle eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Aufgrund der durch reine Sichtprüfung des Haufwerks nicht zuverlässigen Einschätzung einer Asbestbelastung können sich Verantwortliche nicht allein auf eine bei Einlieferung vorhandene Deklarierung verlassen, wobei bei Privatanlieferungen i.d. R. gar keine Deklarierung gemacht werden kann. Eigentlich müssten im Verdachtsfall auch hier Materialproben entnommen und Laboranalysen durchgeführt werden. Da dadurch Aufwand, Verzögerung und Kosten entstehen, entspricht es oft der gelebten Praxis, das Asbestproblem nicht mit der gebotenen Sorgfalt zu behandeln.

Handheld- -Scanner ASBpro: Zuverlässige Einschätzung in wenigen Sekunden

Immer dann, wenn zumindest der begründete Verdacht besteht, es mit asbesthaltigen Materialien zu tun zu haben, führte bisher kaum ein Weg an einer Laboranalyse vorbei. Mit dem Nahinfrarot (NIR) -Scanner ASBpro bietet der Experte für innovative mobile Analysegeräte analyticon instruments aus Rosbach v. d. Höhe für viele Fälle in unterschiedlichsten Anwendungen eine praktische und zuverlässige Alternative. Der nur 150 Gramm schwere und 82 mm x 66 mm x 44 mm große Scanner arbeitet in Verbindung mit einem Smartphone und erkennt innerhalb weniger Sekunden Asbestbelastungen. Auf Grundlage einer simplen PASS/FAIL Ergebnisausgabe über das Smartphone kann der Nutzer vor Ort entscheiden, wie mit einem Material weiter verfahren werden muss. Hierbei handelt es sich um ein LAGA M23 (11/2022) konformes Messverfahren, das eine schnelle und zuverlässige Einstufung als asbesthaltig ermöglicht. Zuverlässig als asbesthaltig bestätigte Bauteile können ohne weiterführende Laborprüfung einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden.

Wichtig: Da die NIR-Methode Nachweisgrenzen im einstelligen Prozentbereich hat, müssen NIR-negative Ergebnisse ggfls. weiterhin mit der klassischen Labormethode getestet werden. Die Stärke der Methode liegt also in der Positivbefundung, sowie in der Negativbefundung von Materialien mit bekanntermaßen hohen Asbestgehalten wie z.B. Faserzementplatten.

Durch den Einsatz des ASBpro auf Baustellen oder in Recycling- und Entsorgungsbetrieben kann das Handling zuverlässig positiv geprüfter Baustoffe und Abfälle deutlich optimiert werden: Zeigt der Scan eine Asbestbelastung, können alle erforderlichen Maßnahmen für einen sicheren Abbau, Transport, Lagerung und Entsorgung getroffen werden, ohne dass erst eine riskante Probenentnahme durchgeführt werden muss. Zeitaufwand und Kosten für Laborproben entfallen bzw. beschränken sich auf eine eventuell erforderliche Bestätigung der Asbestfreiheit – bei Negativbefund durch den ASBpro. Die Zahl der regelmäßig erforderlichen Laboranalysen kann damit deutlich reduziert werden.

Darüber hinaus unterstützt der ASBpro Anwender bei der Prozessdokumentation: Die offline nutzbare Smartphone-App speichert Messergebnisse automatisch inklusive Spektrum, Probenfoto und Messdaten und erstellt einen ausführlichen PDF-Bericht als Grundlage für weitere interne Prozesse und die projektrelevante Kommunikation.

Die Einsatzmöglichkeiten des Handheld-NIR-Scanner ASBpro beschränken sich dabei nicht auf Abrissprojekte oder Recycling- und Entsorgungsbetriebe. Dank der einfachen und schnellen Bedienung können Bestandsobjekte in kürzester Zeit vollständig geprüft und dokumentiert werden, um so zum Beispiel zukünftige Sanierungsprojekte bedarfsgerecht zu planen, zu beschleunigen und abzusichern. Möglich ist auch ein Einsatz unter akuten Gefährdungslagen, zum Beispiel nach Brandereignissen oder Havarien, durch die Asbest freigesetzt worden sein könnte. Selbst Laborbetriebe können bei der Probenvorsortierung mit dem ASBpro ihre Logistik nachhaltig optimieren.

Quellen:

https://www.baua.de/DE/Themen/Chemikalien-Biostoffe/Gefahrstoffe/Informationsportal-Asbest/Asbest?utm_source=chatgpt.com
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_272_321.html?utm_source=chatgpt.com

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