Die Stimmung in der Saarwirtschaft hat sich zu Beginn des neuen Jahres leicht aufgehellt. Das signalisieren die Rückmeldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden Monate. Mit einem Anstieg um 3,5 Punkte auf minus 2,1 Zähler verzeichnet der IHK-Lageindikator ein Niveau, das zuletzt vor neun Monaten erreicht worden war. Treiber dieser Entwicklung ist die Industrie: In der Stahlerzeugung, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sowie in Teilen des Maschinenbaus haben sich die Lageeinschätzungen spürbar verbessert. Bei den Dienstleistern hingegen setzte sich die im Dezember begonnene Abschwächung auch im Januar fort. Parallel zur aktuellen Lage haben sich auch die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate etwas aufgehellt. Der IHK-Erwartungsindikator stieg um 4,0 Punkte auf minus 11,5 Zähler. Die Mehrzahl der Unternehmen blickt damit weiterhin verhalten auf die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr.

„Die Saarwirtschaft ist robust ins neue Jahr gestartet – ein selbsttragender Aufschwung ist aber weiterhin nicht in Sicht. Denn die entscheidenden Rahmenbedingungen für Investitionen und Konsum sind unverändert schwach. Solange Vertrauen, Verlässlichkeit und Planungssicherheit fehlen, bleibt privates Kapital zurückhaltend. Zugleich steigt die Unsicherheit, da zunehmende geoökonomische Spannungen, besonders im transatlantischen Verhältnis, und erratische politische Signale immer stärker Erwartungen und Entscheidungen belasten. Das Ergebnis ist absehbar: Unternehmen verschieben Investitionen, Konsum bleibt gedämpft, Wachstum wird ausgebremst. In einem solchen Umfeld entstehen nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung nicht durch weitere staatliche Ausgabenprogramme, sondern durch eine starke Angebotsseite. Subventionen können Zeit kaufen – sie ersetzen aber keine Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung muss jetzt den Schalter umlegen und konsequent in den Gestaltungs- und Reformmodus wechseln: Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie entschlossen abbauen, Verfahren deutlich beschleunigen sowie Kosten- und Abgabenlasten spürbar senken. Entscheidend ist nicht die Ankündigung, sondern eine schnelle und verlässliche Umsetzung. Nur dann wird privates Kapital wieder in Investitionen, Innovationen und neue Arbeitsplätze fließen. Bleibt dieser Kurswechsel aus, verliert der Standort weiter an Substanz und Einfluss – politisch wie ökonomisch. Wer jetzt weiter zögert, nimmt schleichende Deindustrialisierung und Wohlstandsverluste in Kauf. Angesichts der weltpolitischen Lage und der wachsenden geoökonomischen Spannungen ist weiteres Zaudern keine Option.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der Januar-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 90.000 Beschäftigten beteiligten.

Ein Blick in die Branchen bestätigt das Bild einer fragilen Stabilisierung. Insgesamt bewerten derzeit 21 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut oder sehr gut, 56 Prozent mit befriedigend und 23 Prozent mit schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich trotz der zaghaften Aufhellung in einzelnen Segmenten weiterhin ein überwiegend nur befriedigendes Lagebild. Von einem durchgreifenden Aufschwung kann noch keine Rede sein. Das zeigen insbesondere die Lageeinschätzungen in der Automobilzulieferindustrie, in den Gießereien sowie im Stahlbau, wo die Geschäftssituation vielfach weiterhin angespannt ist und der Anpassungs- und Kostendruck hoch bleibt.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 75 Prozent der Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Wirklich dynamisch entwickelt sich aber lediglich die IT-Branche. Bei Banken und Versicherungen, den unternehmensnahen Dienstleistern sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe bleibt die Lage überwiegend befriedigend. Im Transportgewerbe macht sich die Schwäche der Industrie zunehmend bemerkbar, während im Handel die anhaltende Konsumzurückhaltung bei gleichzeitig hohen Kosten für ein uneinheitliches Stimmungsbild sorgt.

Deutschland braucht eine Wachstums- und Wohlstandsagenda

Auch der Blick nach vorn unterstreicht, wie brüchig die konjunkturelle Erholung bleibt. In den kommenden sechs Monaten rechnen lediglich sechs Prozent der Betriebe mit besseren, 17 Prozent mit schlechteren Geschäften. Die große Mehrheit von 77 Prozent geht von einer stagnierenden Entwicklung aus. „Für dieses Jahr wird zwar wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum prognostiziert. Allerdings darf das niemanden beruhigen, denn viele Unternehmen stehen weiterhin unter massivem Kosten- und Ertragsdruck. Was gesamtwirtschaftlich an Aufschwung sichtbar wird, ist zudem häufig fiskalisch getrieben: Schuldenfinanzierte Programme und temporäre Nachfrageimpulse können ein Strohfeuer erzeugen, aber sicher keine Trendwende. Eine nachhaltige Erholung gibt es nur mit Strukturreformen auf der Angebotsseite. Dauerhaftes Wachstum und steigender Wohlstand setzen voraus, dass sich unternehmerisches Risiko wieder lohnt, Investitionen sich rechnen und Innovationen im Wettbewerb durchschlagen. Dafür braucht es wettbewerbsfähige Steuern, verlässliche und berechenbare Rahmenbedingungen sowie eine spürbare Entlastung bei Bürokratie, Energie- und Standortkosten und bei Abgaben. Deutschland braucht jetzt eine Wachstums- und Wohlstandsagenda – nicht die nächste Runde kurzfristiger Impulse. Die Bundesregierung muss nun schnell und messbar liefern: starke Anreize für Innovation, Investitionen, Arbeit und Unternehmertum“, so Thomé.

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