Nicht nur hohe Sicherheit, sondern auch viel Komfort für Kinder und Eltern auf Autofahrten – dies ist nur ein Ziel der Experten für Kindersicherheit, die sich zum 16. Mal zur internationalen Fachkonferenz „Protection of Children in Cars“ bei TÜV SÜD trafen. Weitere Themen waren beispielsweise veränderte Mobilitätsgewohnheiten wie Car Sharing und die Entwicklung von Kindersitzen. Sie werden smart und kommunizieren zukünftig mit dem Auto.

Die Experten für Kindersicherheit haben Grund zur Zufriedenheit. Die Zahl der bei Autounfällen getöteten Kinder sinkt seit Jahren in Deutschland und anderen Industrieländern kontinuierlich. Wenn sich Unfallforscher, Vertreter der Hersteller von Kindersicherheitszubehör und Mitarbeiter der Autoindustrie trotzdem nun schon zum 16. Mal bei der TÜV SÜD Akademie treffen, dann steht der Wunsch nach weiteren Verbesserungen im Raum. So lag in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf dem Komfort. Ein bequem sitzendes Kind lenkt die Erwachsenen beim Fahren weniger ab. „Mehr Komfort ist deshalb auch gut für die Sicherheit“, sagte der seit vielen Jahren mit TÜV SÜD verbundene Konferenzleiter, Prof. Klaus Langwieder.

Eine bequeme Sitzposition birgt allerdings die Gefahr, dass der Kindersitz nicht ordnungsgemäß verwendet wird. Zu lose angelegte Gurte oder eine ungünstige Neigung gehören zum so genannten Misuse, also der gefährlichen unsachgemäßen Anwendung. Moderne Technik soll dies in Zukunft vermeiden helfen. Sensoren in den Sitzen können mit dem Auto kommunizieren und auf eventuelle Fehler aufmerksam machen. Im Gegenzug ermöglicht diese Car2CRS-Technik beispielsweise im Notfall das exakte Auslösen eines Airbags im Kindersitz. CRS steht dabei für Child Restraint System, also Kinderrückhaltesystem. Es existiert bereits die ISO-Norm 22239 für Systeme zur Erfassung von Kindern im Auto und ihrer Sitzposition. Die rund 160 Teilnehmer aus aller Welt befassten sich nun auch mit neuen Möglichkeiten der drahtlosen Technik. Klare Warnungen im Kombiinstrument vor nicht korrekt eingebauten Sitzen oder ungenügend angezogenen Gurten gehören dazu.


Natürlich wird sich Hightech im Preis niederschlagen. „Solche Sitze wird ein Teil der Eltern schlicht nicht bezahlen können“, meint Langwieder. Er plädiert dafür, gerade auch in Schwellenländern Modelle anzubieten, die schon für rund 50 Dollar zu haben sind. „So etwas wäre eine gute Alternative zu überhaupt keiner Sicherung“, sagte er. Das Interesse ist insgesamt groß, wie beispielsweise die Teilnahme von Experten aus Südafrika und Uruguay an der Konferenz zeigt.

In anderen Ländern deutet sich hingegen ein ganz anderes Problem an. Stichwort Mobilitätswandel: Wie sieht es zum Beispiel mit Kindersitzen beim Car Sharing aus? In den Diskussionen wurde klar, dass Eltern das Tragen üblicher großer und sperriger Sitze über relevante Wege nicht akzeptieren werden. Noch weiter in die Zukunft ging die Frage, wie die vergleichsweise völlig andersartigen Innenraumkonzepte autonomer Fahrzeuge die Sicherheit von kleinen Mitfahrern beeinflussen werden. „Der sicherste Transport für Kinder unter 18 Monaten ist der rückwärtsgerichtete Kindersitz“, bekräftigt Prof. Langwieder. „Was aber ist, wenn sich der zur Montage genutzte Sitz beliebig im Auto drehen lässt?“, warf er als Frage auf. Die Gemeinschaft der Kindersicherheitsexperten wird sich mit dieser Frage in der Konferenz 2019 beschäftigen müssen, ist er sich sicher.

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